ELYS – Schlachtung im Herkunftsbetrieb

Ziel erreicht

Zwischen Rind und Steak steht der Tod eines Lebewesens. Eine Wahrheit, die für uns in unserem Beruf allgegenwärtig ist. Wir sind, Gott sei Dank, inzwischen an einem Punkt in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit angelangt, an dem man das wieder sagen darf! Lange wurde versucht, die geistige Brücke zwischen dem Tier und dem Steak einzureißen. Es gibt heute Menschen, die Fleisch essen wollen, sich aber absichtlich davor verschließen, wo es herkommt. Für uns ein unhaltbarer Zustand

Tier- und Arbeitsschutz

Die Tiere, die für unsere Ernährung und unseren Genuss gehalten, geliebt und dann geschlachtet werden, verdienen unseren Respekt. Da beispielsweise Rinder sehr sensibel sind, ist der Transport zur Schlachtstätte oft ein Problem. Es geht hierbei nicht ausschließlich nur um Tierschutz, sondern auch um Arbeitsschutz. Wir können uns oft an mulmige Situationen im Schlachthaus erinnern, als wir Metzger uns dachten: “Dieses Rind hätte man leichter im Stall geschossen! Das wäre für das Tier und für uns wesentlich einfacher und ungefährlicher gewesen.“

Wunsch nach Schlachtung am Hof

Was dagegen sprach, war bisher immer die Hygieneverordnung auf EU Ebene. Diese schrieb vor, dass grundsätzlich alle Schlachttiere lebend und bei bester Gesundheit in den Schlachtbetrieb gebracht werden müssen! Wir möchten nicht bezweifeln, dass das funktioniert, aber in manchen Fällen liegt im Transport und der besten Gesundheit der Widerspruch. Hegte man als Besitzer oder Metzger den Wunsch, ein Tier am Hof zu Schlachten, scheiterte dies an den fast unerfüllbaren Auflagen und es war, wenn überhaupt, nur unter viel Widerspruch, vereinzelt und mit sehr viel Aufwand möglich. Also dazu verbannt ein Nischengeschäft zu bleiben und nur den Tieren einzelner Enthusiasten vorbehalten.

Neue Verordnung

Im September 2021 trat eine Verordnung in Kraft, die wohl eine längst überfällige Reaktion auf die Initiative einzelner gewesen ist, die diesen Zustand schon lange verändern wollten: die Delegierte Verordnung (EU) 2021/1374:

Schlachtung im Herkunftsbetrieb mit Nutzung einer mobilen Einheit (ME) gemäß Anhang III Abschnitt I Kapitel Via der VO (EG) Nr.853/2004

Die Fleischhygiene hat zugunsten des Tierschutzes eine neue Möglichkeit geschaffen.

Die Fakten im Überblick

Ab jetzt möglich:
  • bis zu 3 Rinder, Kälber oder 3 Pferde oder 6 Schweine auf einmal im Herkunftsbetrieb zu töten und sie betäubt und entblutet zum Schlachtbetrieb zu transportieren (Fahrzeit begrenzt).
  • die Tiere dürfen in ihrer gewohnten Umgebung (Stall/Weide/Unterstand) betäubt und entblutet werden
  • mit einem geprüften Schlacht-/Transportanhänger dürfen bei zeitlich getrennten Schlachtvorgängen unterschiedliche Höfe und Schlachtstätten angefahren werden.

Auflagen

  • Nutzung eines geprüften hygienischen Transportanhängers (MOBILE EINHEIT)
  • Anwesenheit eines amtlichen Tierarztes bei der Schlachtung
  • Komplettes Prozedere muss zuerst mit der zuständigen Veterinärbehörde ausgearbeitet, genehmigt und im laufenden Betrieb auch dokumentiert werden.

Anhänger für Weide- und Hofschuss

Wir haben das Konzept „ELYS“ entwickelt und zur Marktreife getrieben. Die Idee dahinter ist nicht nur einen hygienischen Anhänger für Weide- und Hofschuss (Kugel oder Bolzen) zu bauen, sondern viel mehr. Wir wollen so vielen Tieren, wie möglich (Rind/Kalb/Schwein) den Transport und den Zutrieb zur Schlachtung ersparen, damit sie für uns ihren letzten Gang in vertrauter Umgebung gehen dürfen.

Der Anhänger ELYS II bzw. ELYS III wurde als bestellbares, in Serie zu fertigendes Angebot für den Markt entwickelt. Er ist ab sofort bestellbar.

Wirtschaftliches Konzept

Sollte ein Schlachtbetrieb oder eine Erzeugergemeinschaft den Wunsch hegen, die Schlachtung im Herkunftsbetrieb zu realisieren, bieten wir ein sehr wirtschaftliches Konzept mit dem Anhänger ELYS als Hardware. Darüber hinaus halten wir Formularvorschläge für die zuständigen Behörden bereit, um das ganze so einfach, wie möglich für alle Beteiligten zu gestalten. Die erste ELYS II ist seit Anfang Februar 2022 in der Metzgerei Sontag im Einsatz. Folgende Beteiligte haben Fachverstand, Energie, Enthusiasmus, und unermüdliches Engagement beigesteuert: Metzgerei Sontag, Fahrzeugbau Gomm, Veterinäramt Landkreis Ravensburg, Veterinäramt Landkreis Biberach

Warum ELYS?!?!

ELYS ist eine Abkürzung für das Wort ELYSIUM, welches in der römisch/griechischen Mythologie die Ewigkeit oder das Paradies nach dem Tode beschreibt. Wir wollten ein geläufiges, eindringliches Wort als Produktnamen finden und BILLY war schon vergeben 😉

Öffnungszeiten

Do/Fr: 8.00 – 18.00 Uhr
Sa: 7.30 – 12.30 Uhr

An Feiertagen ggf. geänderte Öffnungszeiten. Bestellung und Abholung nach telefonischer Absprache möglich.

Kontakt

Metzgerei Sontag
Jägerstraße 27
88353 Kisslegg
Telefon: 07563 – 8223
E-Mail: info@metzgerei-sontag.de